Frankenstein (Teil 3): Soziologie des Monsters

Soziologie des Monsters: In dieser letzten Folge unserer Frankenstein-Reihe diskutieren wir die Soziologie des Monsters. Was ist ein Monster? Was ist die soziale Funktion eines Monsters und gilt die auch für das Krümelmonster aus der Seesamstraße? Außerdem sprechen wir darüber, welche Entwicklung Zombies in der Filmgeschichte genommen haben. Wieder mit dabei, die Soziologen Claudia Muhl und Diego Compagna. Wir erklären auch noch einmal, was ein Horrorfilm ist und wie sich nach Sigmund Freud das Unheimliche definiert. Dazu gucken wir auch kurz ins Unterbewusstsein. Nach den intellektuell anstrengenden letzten Wochen auf meiner abgelegenen Spukvilla, sind wir alle etwas erschöpft und brauchen einen monstermäßigen Kaffee …
Hinweis: der soziobloge.NET ist in Zukunft unter Soziologe.DE zu erreichen.
Links:
- Michael Toggweiler: Kleine Phänomenologie der Monster
- Alexis Dworsky: Die kulturelle Evolution des Dinosauriers
- Joachim Schummer: “Frankenstein und die literarische Figur des verrückten Wissenschaftlers”
Musik unter Creative Commons License Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz" Kevin MacLeod "Kool Kats" Introsprecher: Tobias Diakow Romanleser: Vorleser.net








Januar 22nd, 2012 at 12:38
Ich hab mir eben das Dino-Video angeschaut. Was ich mich generell frage:
Erstens: Kann man von der Kultur weniger Filmemacher auf die Kultur ganzer Epochen schließen? Es gibt wie bei allen Studien sicher auch hier eine kritische Anzahl Filme mit Dinos/Zombies, die es geben muss um solche Aussagen zu treffen. Wieviel individueller (kollektiv/kulturell unabhängiger) Wille steckt im Filmemacher und verzerrt damit die Kulturaussage?
Zweitens: Wenn man den Film als Spiegel der Zeit versteht muss man bedenken, dass die technischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit das Spiegelbild verzerren können. Wieviel dynamischer wären unsere Darstelllungen von Dinos/Zombies heute tatsächlich, würden wir sie weiterhin mit Miniaturmodellen, nicht mit Computertechnik realisieren?
Vielleicht kann der Film ein Fallbeispiel von vielen sein zu ergründen ob es so ist, dass früher Stabilität das Denken der Menschen geprägt hat, wohingegen heute Dynamik bestimmend ist. Gibt es noch weitere Fallbeispiele dieser These?
Januar 22nd, 2012 at 14:17
Zu Frage eins: Es gibt meines Wissens keinen methodischen Leitfaden, wie viele Filme eines Genres es geben muss, damit man ein Zusammenhang zwischen Film und Kultur als statistisch belegt gilt. Man wird da argumentativ herangehen und plausible Gründe für solche Aussagen finden müssen, die dann wieder mit bestimmten Theorien übereinstimmen sollten.
Zu deiner zweiten Frage: Direkt vom Film auf die Kultur zu Schlussfolgern, wie der Soziologe Siegfried Kracauer es forderte, ist wohl zu kurz gedacht, denn dann wäre der Zuschauer völlig unbeeinflußbar. Die Werbepsychologie betriebe dann nur Esoterik. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass Filme auch auf die Gesellschaft zurückwirken. Dennoch könne man aus Filmen auch gesellschaftliche Prozesse herausarbeiten.
Das Zusammenspiel zwischen Technik und Film finde ich auch interessant. Bei den Dinosaurierdarstellungen gehen die technischen Möglichkeiten und der Zeitgeist ja Hand in Hand. Und wirklich, was wäre, wenn die Technik hinter dem Zeitgeist zurücksteht? Können dann bestimmte Dinge nicht umgesetzt und damit bestimmte Dynamiken in der Kultur nicht vorangetrieben werden? Andererseits ist es z.B. bei den Japanern und ihren Gozilla-Filmen gerade mit veralteter Miniatur-Technik dargestellt haben wollen.
Damit nochmal zur Ersten, da wohl keine unmittelbare Schlußfolgerung zwischen Film und Gesellschaft angenommen werden kann, weil der Film eben auch die Menschen beeinflusst, ist die von dir angesprochene Verzerrung berücksichtigt. Es ist ein Wechslespielt zwischen Film und Kultur. Letztlich sind soziologische Film-Gesellschafts-Analysen aber keine gefragte Methode des soziologischen Zeitgeistes.
Januar 26th, 2012 at 18:52
Eure Frankenstein-Serie war sehr anregend. Ich habe mit Freude zugehört. Jedoch finde ich es moralisch schon recht grenzwertig, die Gäste im Keller einzusperren. Lass da ja nicht an die Öffentlichkeit drängen.
Januar 26th, 2012 at 19:12
Die Gäste waren ja nicht im Keller, sondern im Obergeschoss eingeschlossen. Dass einer von ihnen im Keller herumirrte, war ein selbstverschuldeter Fluchtversuch. Ich weiß nicht, ob es dir besser gefallen hätte, wenn die beiden schon nach der ersten Folge wie ihre Vorgänger in den Wald geflohen wären.
Januar 27th, 2012 at 00:36
ich fand die serie auch super besonders die letzte folge war sehr lustig. macht weiter so ich bin gespannt was in zukunft kommt. haben es diego und claudia durch den friedhof nach hause geschafft?
Januar 28th, 2012 at 00:32
Danke für das Lob
Ich weiß leider nicht, was aus den beiden geworden ist. Ich habe mich darum dann auch nicht mehr gekümmert, ich musste schließlich die Aufnahmen schneiden. Es hätte ja nichts genutzt, wenn die Gäste gut nach Hause gekommen, aber die Aufnahmen nicht fertig geworden wären. Dann hätten ich sie ja erst gar nicht einladen brauchen.