Archive for the '— Soziologische Klassiker' Category

Darwin, Freud und Max Weber

Samstag, April 21st, 2012

Die letzten zwei Folgen hatten wir es mit Max Weber zu tun, doch aller guten Weber sind drei. In der Sendereihe “Denker des Abendlandes” unterhalten sich der Physiker Harald Lesch und der Philosoph Wilhelm Vossenkuhl in leicht verständlicher Weise das geistige Erbe Europas. In diesem dreht es sich ab Minute 21:00 wiederum um Max Weber.

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Kleine Frühgeschichte der Soziologie

Donnerstag, April 12th, 2012

Soziologisches Hörhäppchen: Im Galopp durch Frühgeschichte der Soziologie: Darüber, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Von Aristoteles, Thomas Hobbes, Adam Smith, Karl Marx, Auguste Comte, Emilé Durkheim, Max Weber bis George Herbert Mead. Über Gesellschaft und Staatstheorie, Vernunft und Aufklärung, Rational Choice, Sozialphysik, Positivismus, Funktionalismus, Sozialisierung und kapitalistische Klassengesellschaft.

Musik unter Creative Commons Licence
Walter Mazzaccaro: "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod: "Wallpaper"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Max Weber – Kapitalismus und protestantische Ethik

Freitag, März 23rd, 2012

Wieso ist unser Lebenslauf so stark von Arbeit und Beruf geprägt? Führten die frühen Jäger- und Sammlerkulturen vielleicht ein angenehmeres Dasein als der moderne Berufsmensch? Warum werden arbeitslose Hartz 4 Empfänger und Obdachlose eines geringeren sozialen Status bedacht als mancher Kriminelle? Wieso befinden sich viele Menschen der Moderne und Postmoderne in einer Sinnkrise? Welche Rolle spielt dabei die Religion? Um diese Fragen zu beantworten, habe ich heute den Max-Weber-Experten Diego Compagna eingeladen. Denn in Webers soziologischem Klassiker finden wir eingie interessante Antworten. Der Soziologe, Jurist und Ökonom Max Weber (1864 – 1929), wurde mit seiner Schrift „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ zum Star weit über seine Fachgrenzen hinaus. Weber gehört zu den Gründungsvätern der Soziologie und seine Theorie zur Entstehungsgeschichte des modernen Kapitalismus zu jeder ordentlichen Allgemeinbildung auch von Nicht-Soziologen. In seinem Werk stellt Weber die These auf, dass die Eigenheit des Protestantismus, seine Schäfchen zu fleißiger und lustfeindlicher Arbeit anzuspornen, dem modernen Kapitalismus erst zur Blüte getrieben und den Typus des modernen Berufsmenschen herausgebildet hat.

Musik unter Creative Commons Licence
Walter Mazzaccaro: "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod: "Wallpaper"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Niklas Luhmann Interview Systemtheorie

Sonntag, März 11th, 2012

Einstündiges Interview mit Niklas Luhmann über Systemtheorie:

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Körperfresser Filmsoziologie

Sonntag, Februar 26th, 2012

Körperfresser

Anhand von Gruselfilmen der Körperfresser- und Körperfresserinnen-Thematik (Die Dämonischen, Die Körperfresser kommen und The Invasion) diksutieren wir heute Nacht sozialkonstruktivistische und strukturdeterministische Ansätze der Soziologie. Als Gast ist wieder der Techniksoziologe Diego Compagna dabei. Wir sprechen über Identität, fragen, was uns als Menschen ausmacht, Glück oder Sinn? Wir reden über Gefühle (auch das muss manchmal sein), über Ervin Goffman und Rollentheorie, über Strukturfunktionalismus über die Funktion von Kriminellen und Gefängnissen in unserer Gesellschaft nach Emile Durkheim.

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Renadi Santoso, Marion von Tilzer, Hans van Eck und
Mark van Kempen: "Wondering"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Nr.57 Eherollen und Netzwerke

Montag, November 28th, 2011

Heute stelle ich Elisabet Botts klassische Studie zur Rollenverteilung in der Ehe vor. Sie untersuchte in den 60er Jahren mittels sozialer Netzwerkanalyse die Bedingungen für ausgeprägtes und nicht ausgeprägtes traditionelles Rollenverhalten von Eheleuten. Ob das für euch heute noch eine Rolle spielt?

Transkritp:

Das bisschen Haushalt macht sich von allein. Sonst hätte ich ja auch keine Zeit zum Podcasten. Und damit Willkommen beim Stadtsoziologen! Das beste Rezept für eine lange Ehe sind nach wie vor getrennte Wohnungen. Ansonsten kommt es nämlich oft zur Rollenverteilung. Früher vielleicht mehr als heute. In den 60ern gab es eine berühmte Studie über Stadtfamilien von Elisabet Bott. Die wollte herausfinden, wie es zu Rollenaufteilungen im Haushalt kommt und sie war verwundert, dass sie da erstmal keinen Zusammenhang zwischen Klassen, Bildungsniveau, schichten usw. fand. Daraufhin schaute sie sich die Netzwerke der Paare an und tatsächlich, sie fand einen Zusammenhang zwischen Rollenverhalten und der Einbindung der Eheleute in soziale Netzwerke. Je enger und dichter das Netzwerk, desto klassischer waren auch die Rollen in der Ehe verteilt. Der Grund: In geschlossenen Netzwerken gibt es nix Privates. Jeder kennt jeden und jeder hat dieselben Werte und wer dagegen verstößt, wird sozial geächtet. In engen Netzwerken können die klassischen Rollentraditionen also viel besser durchgesetzt werden. Ihr erinnert euch an die Folge über Simmels Kreise? Da hatten wir das gleiche, die loseren Netzwerke erst ermöglichen Individualität. Und das gibt’s nur in der Stadt, nicht auf dem Land.Die ganz engen Netzwerke gibt es vor allem dann, wenn die Eheleute am Ort wohnen bleiben. Klar, je öfter man umzieht, desto loser wird auch das Netzwerk. Bekommt die Frau dann Kinder, beginnt sich ihr soziales Netz zu verändern. Hatte sie bislang mehr Kontakt zu ihren Freundinnen, hält dann mehr Kontakte zu ihrer Mutter und weiblichen Verwandten. Der Mann wird immer mehr aus dem sozialen Netz isoliert und hängt nun vor allem mit Arbeitskollegen und Fußballfreunden herum. Sein Leben dreht sich dann um Arbeit und Freizeit und das Leben der Frau um Haushalt, Kinder und Verwandte. War das Paar vor dem Kinderkriegen weggezogen, ist das nicht ganz so stark. Denn das weibliche Familiennetz der frau ist ja nicht da und das Netz der alten Schulfreunde des Mannes ebenfalls nicht. Das führt dazu, dass sich auch das Rollenverhalten nicht so stark ausprägt.

Rollenverteilung ist auch eine ökonomische Sache. Es ist am Effektivsten, wenn jeder das tut, was er kann. Und wenn die Frau nähen und der Mann heimwerken beigebracht bekamen, ist es das ökonomischste, die Arbeiten so beizubehalten. Für die Emanzipation ist es also sinnvoll, diese Hauswirtschaftslehren aus der Frauenbildung herauszunehmen. Führt aber dazu, dass kulturelles Wissen verloren geht. Ja, Oma wusste noch, wie man einkocht.

 Seit Botts Studie hat sich der Familienbegriff schon geändert. Familie ist heute nicht mehr die Kernfamilie Mutter Vater Kind, sondern wird definiert als Gemeinschaft mit starken Bindungen, die generationsübergreifend sind. Aktuelle Untersuchungen finden diesen Zusammenhang zwischen Netzwerk und Rollenverteilungen nicht mehr. Der Grund: Die modernen Netzwerke erfüllen heute andere Zwecke als früher. Früher war das Netzwerk dazu da, um Normen und Werte zu vermitteln. Und dazu gehörten auch die Eherollen. Heute ist es dagegen so, dass sich Eheleute ihre Netzwerke selber erschaffen. Nicht mehr das Netzwerk kreiert die Ehe, sondern die Ehe kreiert sich ihr individuell passendes Netzwerk. Und wenn heutzutage ein rollenbewusster Mann zu seiner Frau sagt,  “Schatz, ich mache dich zur glücklichsten Frau der ganzen Welt!”, dann passiert es sehr leicht, dass sie antwortet: “Ich werde dich vermissen.”

(Quellen: Bott, E. (1956). Urban families: The norms of conjugal roles. Human Relations)

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move";
"Mister Exposition" (CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" (CC-License von Jamendo)

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Georg Simmel und die Philosophie des Geldes

Freitag, November 11th, 2011

Die Stadt ist der Ort der Rationalität und deshalb wird sie auch zum Ort des Geldes … komisch, dass ich als Großstädter nie welches hab’ … ;)

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Nr.53 Georg Simmel – Kreuzung sozialer Kreise

Montag, Oktober 24th, 2011

 (Bild: freedigitalphotos.net)

Wie Individualität entsteht: Individualität konnte nur in der Stadt entstehen, nicht auf dem Land. Dies behauptet jedenfalls der Gründungsvater der Stadtsoziologie, Georg Simmel (1858-1918) in seinem Aufsatz  “Die Großstädte und das Geistesleben” (1903).  “Ausnahmen sind nicht immer Bestätigung der alten Regel; sie können auch die Vorboten einer neuen Regel sein. (Marie v.Ebner-Eschenbach)

Podcast-Transkript:

Hallo beim Stadtsoziologen.

Aus wie vielen Kreisen besteht Ihr eigentlich? Na? Bevor Ihr jetzt ruft, bei dem kreist‘s wohl auch im Kopf, gebt mir ‚ ne Chance. Vom Soziologen Georg Simmel habt Ihr ja schon in den allerersten Folgen gehört. Der beginnt seinen Gedanken damit, dass es vor den Städten erstmal Dörfer gab. Da lebten drin? Richtig, Dorfmenschen. – So unter uns Großstädtern, wer nicht weiss, was das ist, das sind diese sagenumwobenen Wesen ganz weit draußen, so im Wald und so. Ja doch, die soll es wirklich geben! Hab ich selbst gehört! Jedenfalls wuchs ein Dorfkind damals im Kreis seiner Familie auf. Innerhalb ihres Familienkreises sind die Menschen in der Regel recht gleich. Das was einen Menschen prägt, ist für jedes Mitglied der Dorffamilie gleich: Erziehung, Geschwister, Verwandte. Jeder steckt im selben sozialen Netz wie der andere.  Wird das Dorfkind größer, betritt es den Kreis der Dorfgemeinschaft. Den kann man um den Familienkreis drumrum zeichnen.  Und auch hier sind sich die sozialen Netzwerke wieder alle ähnlich. Und entsprechend prägen sie auch das ganze Dorf ähnlich. Das heißt, auch im Dorf, sind irgendwie alle gleich. Der nächsthöhere Kreis ist der Nationalkreis. Auch hier ähneln sich die Menschen wieder: der typische Deutsche, der typische Franzose … Irgendwann wuchsen Städte. Und die Kreise teilten sich plötzlich in unabhängige Netzwerke auf. Da gibt es den Kreis des Unternehmens mit den Arbeitskollegen und der überlagert sich nicht mit dem Kreis der Familie und dem des Sportvereins. Die Leute, die man im Sportverein trifft, sind andere als die in der Familie und die im Büro.  Im Dorf war das noch alles eins. Jeder kannte jeden, es gab keine getrennten Kreise.  So steckt der moderne Mensch plötzlich in vielen unterschiedlichen sozialen Netzwerken drin und jedes Netzwerk prägt ihn. Der eine Steckt im Fußballverein, in der Werkstatt und in der Familie, der andere steckt im Büro, im Kunstverein und im Singleclub. Früher im Dorf steckten noch alle in der Familie, auf dem Feld, in der Kirche.  Weil sich nun die Netzwerke, in denen sich die Stadtmenschen befinden, für jeden Stadtmenschen andere sind, wird jeder Stadtmensch unterschiedlich geprägt.  Und jetzt kommts: Und weil die Kreise den Menschen unterschiedlich prägen, ist Individualität ein Produkt der modernen Stadt. Wie ist das eigentlich im Internet? Da stecken doch auch wieder alle in denselben sozialen Netzwerkkreisen.  Darüber kann ich leider nicht länger nachdenken, von den ganzen Kreisen wird mir immer so schwindelig.

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move" ( CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" ( CC-License von Jamendo)

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Nr.52 Max Weber – Drei Stadttypen

Montag, Oktober 17th, 2011

Der Soziologe, Jurist und Ökonom Max Weber (1864 – 1920) hat sich Gedanken über die Stadt gemacht. Wann ist eine Stadt eine Stadt? Auch wenn viele Soziologen seine Typologie auch kritisieren, so bleibt sie doch ein Standartwerk der Stadtsoziologie.

Podcast-Transkript:

Hallo beim Stadtsoziologen!

Eigentlich müsste ich ja mit euch schimpfen. Da machen wir jetzt schon ein paar Folgen Stadt und worüber haben wir noch gar nicht gesprochen? Na was eine Stadt überhaupt ist. Die Sitzenbleiber unter Euch werden jetzt rufen: Was? Viele Häuser, noch mehr Häuser nebeneinander. Das ist Stadt. Dürfen wir jetzt gehen? Nein dürft Ihr noch nicht! Denn wer sowas sagt, ist einer von denen, die meinen, es käme im Leben immer auf die Größe an. So eine Einstellung, die lehnen wir ja schon moralisch ab! Immerhin gab ja im Mittelalter Dörfer, die waren größer als Städte. Nene darüber müssen wir nochmal nachdenken … lassen … das hat nämlich schon vor hundert Jahren unser aller soziologischer Übervater und Miterfinder der Soziologie Max Weber getan. Für Städte hatte der sich deshalb interessiert, weil er den Ursachen des Kapitalismus auf die Spur kommen wollte. Also er war kein Stadtsoziologe in dem Sinne. Ja? Er hatte ja auch keinen Stadtpodcast.

Jedenfalls hatte sich Weber gesagt: Offenbar lebt man in der Stadt nicht hauptberuflich vom Gemüse. Man brauchts aber zum Essen. Also muss man sich das Gemüse auf dem Markt kaufen. Ergo, ist jede Stadt erst einmal durch einen Markt definiert: Typischerweise gibt es drei ökonomische Stadttypen:

  1. Die Konsumentenstadt: in einer Konsumentenstadt gibt es einen wichtigen Einkäufertypus, der auf dem Markt einkauft, ohne den die Stadt nicht leben könnte. Das kann ein Fürst sein, der über den Markt seinen Hofstaat versorgt oder Beamte, die in der Stadt wohnen, Ihr Geld aber vom Staat kriegen und auf dem Markt wieder verpulvern. Wiesbaden war so ein Konsumentenstadttyp.
  2. Typ, Die Produzentenstadt: Hier gibt’s Fabriken, die über den Stadtmarkt ihre Waren nach Außerhalb verkaufen. Städte im Ruhrgebiet gehören zu diesem Typen, Essen, Bochum.
  3. Typ: die Händlerstadt. Der Markt dient nur als Umschlagplatz für Waren. Das ist ganz typisch für Hafenstädte.

Außerdem muss eine Stadt auch eine gewisse politische Selbständigkeit haben. Ein eigenes Gericht, eine eigene Stadtwache. Eine eigene Behörde, die den Markt regelt, z.B. über Stadtsteuern. Auch hat eine Stadt hat eine feste juristische Stadtgrenze, während die Dorfgrenzen schwammig waren. Dort ist der Wald, dort ein Feld, wo fängts an, wo hörts auf, püh, das weiß keiner.

Tja, und nun? Wir haben 5 Punkte: Größe, Nichtlandwirtschaftlichkeit, Markt, Administration, Stadtgrenze. Aber 90 Jahre später in der Stadtforschung ist man immer noch nicht schlauer als Weber. Man streitet sich immer noch, was eine Stadt ist.  Vor allem wird Webers starker Fokus auf die Ökonomie kritisiert. Und was meint Ihr? Kann man Stadt noch anders definieren als über Ökonomie? Aber behaltet es bitte für euch, nicht, dass ich plötzlich feststelle, ich wohne doch gar nicht in einer Stadt.

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move" ( CC-License) /
Marian Badoi: "La Valse de Marian" (CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" ( CC-License von Jamendo)

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Über Norbert Elias

Freitag, März 4th, 2011

Norbert Elias

Prof. Dr. Christoph Rülcker lehrte viele Jahre Kultursoziologie an der Universität Duisburg-Essen und gab 2011 sein Abschiedsseminar zum gleichnahmigen Thema “Zivilisierung von Gewalt”. Er spricht mit uns in der Podiumsdiskussion im Audimax der Uni Duisburg über Norbert Elias (1897 – 1990) und dessen Zivilisationsbegriff, Gewalt, Krieg und Frieden, Figurationen, Charles Wright Mills soziologische Phantasie, Erziehung, Wissenschaftstheorie, Soziologiestudium, Zivilisationsprozess, Margaret Mead, Kultur an sich, Scham, Psychogenese und Soziogenese u.v.m.

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