Facebook und so

Februar 5th, 2012

Im zweiten Teil meines Interviews mit dem Netzwerkforscher Dr. Lothar Krempel sprechen wir darüber, wem Facebook gehört, über, Freiheit und Datenschutz und darüber, warum Faceboock denn vielleicht doch kein Netzwerk ist.

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Agnus "Brasileira"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Was sind soziale Netzwerke?

Januar 29th, 2012

Jeder spricht bei Facebook & Co von sozialen Netzwerken und einige Firmen sperren sie sogar für ihre Mitarbeiter. Ich frage den Soziologen Dr. Lothar Krempel, was das eigentlich sind, soziale Netzwerke? Wir sprechen über Soziometrie, Kleingruppenforschung und über Revolutionen durch Facebook. Lothar Krempel ist Wissenschaftler am Max Planck Institut für Sozialforschung Köln (MPIfS) und Dozent an den Universitäten Köln und Duisburg-Essen. Sein Spezialgebiet sind soziale Netzwerke und er gehört zu den international renomiertesten Experten in Fragen der Netzwerkvisualisierung.

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Agnus "Brasileira"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Frankenstein (Teil 3): Soziologie des Monsters

Januar 22nd, 2012

Soziologie des Monsters: In dieser letzten Folge unserer Frankenstein-Reihe diskutieren wir die Soziologie des Monsters. Was ist ein Monster? Was ist die soziale Funktion eines Monsters und gilt die auch für das Krümelmonster aus der Seesamstraße? Außerdem sprechen wir darüber, welche Entwicklung Zombies in der Filmgeschichte genommen haben. Wieder mit dabei, die Soziologen Claudia Muhl und Diego Compagna. Wir erklären auch noch einmal, was ein Horrorfilm ist und wie sich nach Sigmund Freud das Unheimliche definiert. Dazu gucken wir auch kurz ins Unterbewusstsein.  Nach den intellektuell anstrengenden letzten Wochen auf meiner abgelegenen Spukvilla, sind wir alle etwas erschöpft und brauchen einen monstermäßigen Kaffee …

Hinweis: der soziobloge.NET ist in Zukunft unter Soziologe.DE zu erreichen.

Links:

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod "Kool Kats"
Introsprecher: Tobias Diakow
Romanleser: Vorleser.net

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Frankenstein (Teil 2): Die Botschaft heute

Januar 15th, 2012

Frankenstein heute: Wie Mary Shelley’s Roman Dr. Frankenstein aus dem Jahre 1818 in jene Zeit einzugliedern sei, darüber unterhielt ich mich mit den Techniksoziologen Claudia Muhl und Diego Compagna uns in der letzten Episode. Heute diskutieren wir, was uns die Frankenstein-Geschichte heute noch zu sagen hat. Handelt es sich um eine Warnung vor der entfesselten Wissenschaft oder um eine Dokumentation von Rassismus?

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod "Kool Kats"
Introsprecher: Tobias Diakow
Romanleser: Vorleser.net

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Twitter

Januar 13th, 2012

Dank der Überzeugungskraft des Egreganten (https://twitter.com/#!/DerEgregant), twittere ich nun auch. Also bitte unbedingt als Follower eintragen und mich reich und berühmt machen! Neue Folgen gebe ich dann auch immer dort bekannt. PS: Schaut Euch auch mal seinen Youtube-Kanal an. Klasse und ergreifend lange Lesungen großer Philosophen.

https://twitter.com/#!/Sonntagssozio

Twitter

 

 

 

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Frankenstein (Teil 1): Historische Perspektive

Januar 9th, 2012

Der Roman Frankenstein (1818) von Mary Shelley (1797 – 1851) wurde als Klassiker des Horror-Genres unzählige Male verfilmt und stellt uns immer noch aktuelle Fragen: Was ist der Mensch und was darf er? Wo liegen die ethischen Grenzen der Wissenschaft? Was ist eigentlich ein Monster? Wer ist der Mad Scientist? Diese und weitere Fragen bespreche ich in den kommenden drei Folgen mit meinen Gästen, den Techniksoziologen Claudia Muhl und Diego Compagna. Heute beginnen wir damit, einen Blick auf die historische Epoche zu werfen, in der Mary Shelley ihren Roman veröffentlichte.

Claudia Muhl untersucht als Techniksoziologin an der Universität Bielefeld die Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Außerdem beschäftigt sie sich mit der Darstellung von Wissenschaft im Film. www.claudia-muhl.de

Diego Compagna forscht an der Universität Duisburg-Essen auf dem Gebiet der Technikfolgeabschätzung und Online-Spiele-Communities. Webseite

Als Hörbuch könnt Ihr euch den Frankenstein-Roman hier kostenlos bei Vorleser.net herunterladen.

Musik unter Creative Commons License
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod "Kool Kats"
Introsprecher: Tobias Diakow
Romanleser: Vorleser.net


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Phänomenologie des Eisbären

Januar 7th, 2012

Der Eisbär (Ursus maritimus) ist ein kluger Jäger. Bei der Robbenjagd wendet er einen besonderen Trick an. Um sich nicht zu verraten, deckt er die schwarze Nase mit seinen Pfoten ab und kneift die Augen zu. So können die Robben den Eisbären nicht erkennen (Quelle). Bislang hielt man dieses Verhalten für angeboren. In einer späktakulären Veröffentlichung bekannte sich nun der Zoologe und Polarforscher Porf. Dr. Judas Spindelhirn, Schuld an diesem Verhalten zu sein. Er hatte ihnen Phänomenologie beigebracht (Phänomenologen sehen den Ursprung der Erkenntnisgewinnung in unmittelbar gegebenen Erscheinungen). Wieso die Eisbären dadurch nun zum Untergang verurteilt und Seehunde und rassistische Pinguine die dominante Spezies im Schnee sind, das erfahren Sie in dieser Folge. Sie lernen etwas über den kritischen Rationalismus und Karl Popper, über die Klimaerwärmung und nehmen auditiv Teil am größten philosophischen Experiment in der Tierwelt. Knut der Eisbär ist jedermann bekannt und wird hier erwähnt, um Google-Treffer zu platzieren. Ebenso der einsam schwimmende Eisbär, der seine Scholle sucht.

Musik unter Creative Commons Licence
Walter Mazzaccaro "Amadeus in Jazz"
Kevin MacLeod "Happy Boy"
Introsprecher: Tobias Diakow

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Sex and the City

Dezember 17th, 2011

Unmöglich diese Stadtfrolleins! Hörerinnen des Podcasts sind freilich ausgenommen, aber alle anderen … unmöglich … echt! “eine geschiedene Frau: eine Frau, die geheiratet hat, um nicht mehr arbeiten zu müssen, und jetzt arbeitet um nicht mehr heiraten zu müssen.” (Anna Magnani)

Podcast-Transkript:

Willkommen beim Stadtsoziologen!

Ich habs doch gewusst. Da habe ich neulich eine Studie entdeckt, schon etwas älter, ungefähr 10 Jahre, aber das macht in diesem Fall nichts. In der haben amerikanische Forscher die Kontaktanzeigen in Tageszeitungen von großen und kleinen Städten nebeneinandergestellt. Und was fanden sie heraus? In kleinen Städtchen suchen Frauen noch echte Freundschaften und langfristige Beziehungen. In großen Städten dagegen suchen die Frolleins „vermögende Partner“ und „feste Finanzen“. Naja, meine Finanzen sind auch fest und zwar so fest, dass ich sie gar nicht bewegen kann.

Den Grund sehen die einen Forscher darin, dass in großen Städten mehr reiche Männer herumlaufen und dadurch die Frauen erst auf die Idee kommen, sich einen von den Reichen zu angeln. Die anderen vermuten, dass die Überschwemmung der Großstädte mit reichen Männern paarungswillige Geldsuchfrauen in die Stadt hineinzieht.

Wie auch immer. Ich jedenfalls verlege meine Rendezvous nur noch aufs Land. (Quelllinks: 1)

 

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move" (CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" (CC-License von Jamendo)
Victor Sethy: "Have you met miss jones"
(CC-License von Jamendo)

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New York Tar

Dezember 16th, 2011


Bild: www.fantom-xp.org

New York Tar, geschrieben und gelesen von Nora-Eugenie Gomringer, bereitgestellt von Vorleser.net.

Schon fast eingetreten. Der Fuß. Der Asphalt. Der Kot. Die verwaschene Spur aus dem Riesenpalmentopf. An der Ecke. Zwischen der 15ten und 5ten. Einen Block vom Büro. Von oben tropft Wasser. Da hat einer ein kühles Zimmer. Mit Wänden. Die den Lärm transparent. Transportieren. So geht das nämlich. So schleicht die Stadt in deine Wohnung. Unter dem Schuh. An der Hand. Die im Bus gewandert ist. Auf dem Hosenboden der Jeans. Die in der Subway gesessen hat. Da wo der Mann Platz gemacht hat. Für dich. Vielleicht weil er sich davon was versprochen hat. Wer weiß. Hier will jeder etwas. Von einem. Von allem. An jedem Tag. An dem Tag auch. Als die Türme fielen. Selbst da wollten alle etwas. Der Staub und Rauch. Zog über die Stadt. Erst Brooklyn. Da war es fast noch egal. Am nächsten Tag Manhattan. Da hatte man die Nasen voll. Von Gas wurde gemurmelt. Ab Housten. Keinen Verkehr. Keine Zigaretten. Nur noch Helden. Die Heldenzone. Man hängt sein Fähnlein in den Wind. Sieht wie es sich lustig dreht. Und mit dem Drehen kommt der Krieg. Und auch den sieht man sich an. Wie er sich lustig dreht. Von hier aus. Sieht der Rest der Welt aus. Wie Spielzeug. Man kennt den Originalmaßstab nicht. Da fallen meine Vorwürfe auf Miniaturböden. Mikroskopisch klein werden meine Kommentare. Ultraleise wird die Welt hier. Leise. Leise rieselt der Teer. Der partikelweise schmilzt. In der Sonne. Die noch einmal vor dem Schnee scheint. So hat jeder Stadtteil einen Teil der Stadt. Von der Südspitze zur Nordspitze. Verteilt sich die Stadt an sich selbst. In den Strassen. Ist es ruhig. Man lauscht. In den Lärm hinein. Denn zwischen den Blöcken schlagen die Wellen bald hoch. Den Himmel beobachtet man. Mit einem geschlossenen Auge.

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move" (CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" (CC-License von Jamendo)

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Hausbesitzer in der Loge

Dezember 14th, 2011

Hausbesitzer in der Loge (1930) von Kurt Tucholsky (1890 – 1935) gelesen von Thomas Dehler, bereitgestellt von Vorleser.net.

Gleich wird das Theater beginnen – in der Loge vorn rechts sitzt ein hagerer Mann im Smoking. Er ist offenbar allein, er entfaltet sein Programm, er liest darin, sieht auf seine Armbanduhr. Dieser Mann ist mein Hausbesitzer.

Dieser Mann in der Loge rechts hat, besitzt, nennt zu eigen einen Teil der Allmutter Erde. Ein winziges Partikel der Oberfläche dieser mysteriösen Kugel gehört ihm, ist seins, stellt sein Eigentum dar. Nur der liebe Gott kann, in Form eines Blitzes oder eines Erdbebens, einer Wasserhose oder eines Orkans, ihm gegen seinen Willen das Erdreich um und um wühlen. Gegen Menschen ist er gefeit. Er ist auch gegen Menschen gefeit, die kein Obdach haben, die hungern, frieren, deren Kinder sich aus der Mutter Schoß zwölf Monate langsam ins Grab husten, auch gegen Menschen, die, dreizehn in einem Zimmer, zusammengepfercht wohnen, alle polizeilich gemeldet, alle durchaus legal. Diese dürfen ihm nichts wegnehmen – das Grundstück ist seins.

Der Mann in der Loge hat auf diesem Grundstück ein Haus. Das Haus gehört ihm. Er hat es gekauft. Andre müssen wohnen, andre brauchen Steinwände um sich herum und ein Dach über dem Kopf, um ihren Geschäften nachzugehen, ihre Kinder aufzuziehen, abends Bücher zu lesen. Ich selbst, zum Beispiel, brauche dieses alles auch. Und weil wir es brauchen, deshalb sitzt mein Mann in der Loge.

Weil wir das brauchen, braucht er weniger zu arbeiten. Er kauft sich einen guten Anzug aus kräftigem wollenem Stoff. Seine Frau trägt kleine feine Stiefeletten. Seine Kinder haben einen schönen Schulranzen, mit einem vernickelten Schloß. Wir wohnen, und er hat Butter auf seinem Brot.

Stimmt im Programm etwas nicht? Der Hausbesitzer runzelt die Stirn. Ah – vielleicht hat er Sorgen! Vielleicht denkt er bei sich: »Wie mache ich nun diese langatmige Steuererklärung fertig, die mir der Staat da aufgebrummt hat! Sie muß geschrieben werden, in einem warmen, trockenen Zimmer geschrieben werden – das ist viel Arbeit. Wie kalkuliere ich die neue Fahrstuhlreparatur ein – ich muß sie noch einmal mit dem Architekten durchrechnen. Das ist viel Arbeit. Ich bin nicht auf Rosen gebettet. Ich schlafe auf Dornen, mein Trank ist Wermut, und meine Nahrung die Früchte des Feldes. Da unten sitzen die Leute, Mieter und Mieterinnen – sie glauben, es sei so einfach, ein Hausbesitzer zu sein. Wenn man die Rentabilität bedenkt … « Und während das Stück beginnt, fängt er an zu rechnen.

Kann man Erde verkaufen? Man tut es. Die einen wohnen, und die andern haben davon zu essen. Und weil sich jeder Hausbesitzer eine Zeitung hält – hält, als Abonnent nämlich, hält, am eisernen Faden, die der Zeitung um die Kehle läuft – so ist darüber nicht viel zu lesen.

Bodenreform? Adolf Damaschke? In der Loge sitzt der Hausbesitzer, genährt durch tausend Saugrohre von den Mietern im ganzen Theater. Warum gehen nun die nicht hin und drosseln ihm die Rohre ab? Weil sie alle, alle gern Hausbesitzer werden möchten.

Musik: Kevin MacLeod: "One Sly Move" (CC-License) /
Psycherotique: "Süchtig" (CC-License von Jamendo)

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